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Bild-Sommer im Atelier-Container

Künstler und ihre Kunst – sie erweitern unseren Horizont, wenn wir uns auf sie einlassen. Und bei Peter Lang gilt das ganz besonders. Denn der Horizont ist, wenn man so will sein Thema. Denn der Künstler hat sich der Landschaftsmalerei verschrieben – und wenn er malt, dann will er dem Horizont ganz nahe sein.

Peter Lang (51) ist ein erfolgreicher Künstler aus Gleißenberg im Landkreis Cham. In den letzten Jahren entstehen seine großformatigen abstrakten Landschaftsbilder oft auf Reisen mit seinem Atelier-Container an entlegenen Orten auf den Kontinenten. Er hat ein halbes Jahr in Patagonien im Süden von Chile gemalt, in den Norwegischen Fjorden und in Island. In diesen Tagen spannt er wieder einmal Leinwände auf und packt sie ein – bis zu 80 passen in den Container. Sobald die Alpen schneefrei sind – vermutlich Ende Mai – wird der Container per Tieflader auf eine Alm im Toten Gebirge in Österreich gebracht. Den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein wird er auf 1800 Metern auf der Alm leben und arbeiten. Wir begleiten ihn dabei für die Abendschau im BR Fernsehen, besuchen ihn bei den Vorbereitungen im Atelier, begleiten den Transport des Containers nach Hinterstoder hinauf auf die Alm. Und wir besuchen ihn, wenn er malt bei seinem, wie er sagt „Bild-Sommer“ auf der Alm.

Atelier und Container von Florian Nagler

Mit seiner Idee vom Atelier-Container hat er für sich persönlich den Horizont erweitert. Denn ein Landschaftsmaler muss hinaus in die Natur, um seine Objekte zu finden. Und in seinem genialen Container, den ebenso wie sein dreischiffiges Atelier in Gleißenberg der Münchner Architekt Florian Nagler entworfen hat, kann er wohnen und arbeiten zugleich. Darin findet sich auf einer Art großen Terrasse ein Atelier; im Inneren gibt es eine Küche, ein Schlafzimmer und ein Bad. Und Peter Lang kann sich mit dem mobilen Atelier den Urgewalten der Natur aussetzen, kann die vielen Wetterwechsel dieses Mal in den Alpen miterleben. Wechselnde Lichtverhältnisse seien für seine Kunst sehr wichtig, sagt er. Nichts sei langweiliger als gleichbleibendes Wetter. Denn: „So richtig schee ist’s, wenns gräuslich ist“.

Auf seine Kunst muss man sich einlassen. Auch in ihr spielt der Horizont eine große Rolle. Seine Bilder entstehen durch horizontale Linien, die er mithilfe von Schnüren zeichnet.  Als Farbe setzt er hochwertige Pigmente ein, die sein Pigment-Lieferant u.a. bei dem Besuch von Peter Lang in Island in der Form von Steinen mit nach Hause gewonnen hat.

Gerade hat er eine Ausstellung mit in der Regensburger Galerie Art Affair nahe dem Rathaus eröffnet. Und im nächsten Jahr sollen viele Ausstellungen mit den neuesten Werken aus dem Toten Gebirge in Österreich folgen.

 

Gauck in Tutzing: Diskurs und Demokratie

„Wir können nicht davon ausgehen, dass wir die Bekloppten irgendwie ausrotten.“ Diesen für einen Bundespräsidenten bemerkenswerten Satz sagt Joachim Gauck mit Blick auf die extremen Entwicklungen in Deutschland. Und Gauck macht auch deutlich, wenn er damit meinte: diejenigen, die mit ihren Hasskommentaren im Netz Stimmung machen. Doch die deutsche Demokratie sei stark: „Unsere Vision ist das, was unsere Mütter und Väter errichtet haben: die Demokratie.“ Denn eine bessere Staatsform gibt es aus heutiger Sicht nicht. Beim Neujahrsempfang der Evangelischen Akademie Tutzing richtet der scheidende Bundespräsident seinen Blick auf die medialen Entwicklungen in Deutschland. Gauck hält keine Rede für die Geschichtsbücher aber eine analytische, die angesichts von Besorgnis erregenden Entwicklungen in Deutschland die Augen öffnet.

In bestimmten Schichten am Rand der Gesellschaft spielten die klassischen Medien kaum noch eine Rolle, so Gauck. In diesen politischen Milieus schwinde das Vertrauen in die Demokratie und die politischen Eliten. Die Sprache verrohe, die Gesellschaft zersplittert.

Die Menschen aus diesen Schichten holen sich die Informationen vor allem aus den Sozialen Netzwerken. Mit dem großen Problem, dass die Algorithmen zum Beispiel von Facebook dem Nutzer vor allem die Informationen bringen, die er bereits kennt und die er lesen will. Man fühle sich wohl unter denen, die der gleichen Meinung sind. Das sei gefährlich, so Gauck. „Wenn Du ein Thema mit dem Brandbeschleuniger Angst behaftest, dann kommt die Debatte sehr schnell in Gang“ und Angst werde salonfähig.

Die klassischen Medien verlieren an Bedeutung, obwohl sie gerade heute so wichtig seien. Die traditionellen Medien als Lügenpresse zu bezeichnen, sei „eine wirklich groteske Überzeichnung und in sich schon infame politische Propaganda“. Er wisse was Lügenpresse sei, schließlich habe er sie jahrzehntelang in der DDR erlebt.

Bedford-Strohm: Wegklicken reicht nicht mehr

Man muss sich dem Diskurs stellen und mit den Kritikern ins Gespräch kommen, sagten übereinstimmend Bundespräsident Joachim Gauck und der Evangelische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. Allerdings, so Bedford-Strohm sei die einzigartige Diskussionskultur, die unserem Land seit den fürchterlichen Weltkriegen geholfen hat, in Gefahr. „Die Kübel von Hass und Verächtlichkeit, die täglich in den Internetforen ausgeschüttet werden, sind so unübersehbar geworden, dass auch ein bloßes Wegklicken nicht mehr ausreicht.“

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, dieser Satz so Bedford-Strohm sei der Dreh- und Angelpunkt der besten Verfassung, die unster Land je hatte. „Wer bewußt gegen die Schwachen hetzt, wer Angst befeuert, wer Fakten bewusst fälscht, der kann nicht versuchen, dies alles duch die Berufung auf die Meinungsfreiheit zu legitimieren. Wer die Würde des Menschen nicht achtet, kann sich nicht auf den freien Diskurs berufen.“

Bedford-Strohm und Gauck würdigten die Evangelische Akademie als Ort der Erkenntnis und des Diskurses. Sie gratulierten der Akademie zum 70. Geburtstag. Die Akademie habe mitgewirkt an der Demokratisierung des Landes, so Bundespräsident Joachim Gauck. Sie habe im ganzen Land einen Namen und sei eine eigene Marke.

Die Heilige Lucia in Bayern

Ein Mädchen mit brennenden Kerzen auf dem Kopf – am 13. Dezember feiern die Schweden die Heilige Lucia mit dem Luciafest. Jede Schule und jeder Kindergarten kürt seine eigene Lucia – und auch bei uns findet das Fest zunehmend mehr Anhänger. In Bayern gibt es rund um die Heilige Lucia allerlei Brauchtum. Wir berichten in der Abendschau im BR Fernsehen am Lucientag 2016 darüber.

Die Heilige Lucia ist, wenn man so will, eine ökumenische Heilige. Denn obwohl sie im 3. Jahrhundert in Syrakus auf Sizilien lebte und von den Katholiken als Heilige verehrt wird, steht sie auch bei den Evangelischen in Skandinavien und Deutschland hoch im Kurs. Ihr Name Lucia bedeutet „die Leuchtende“. Und so erklärt sich auch die Verbindung nach Skandinavien und ihr Gedenktag am 13. Dezember. Denn vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders war der 13. Dezember der kürzeste Tag des Jahres mit der längsten Nacht. Und die Wintersonnwende war für die Skandinavier seit jeher von großer Bedeutung, da die Tage nun wieder länger wurden – bis zur Sommersonnwende.

Schwedischer Chor München

Und so sind Mitsommer und das Luciafest die beiden wichtigsten Feste in Schweden, sagt die Schwedin Marianne Wennas, die den Schwedischen Chor München leitet. Sie hat vor fast 25 Jahren den Brauch des Luciafestes nach München gebracht und veranstaltet seit 1993 jedes Jahr mit ihrem engagierten Chor ein Schwedisches Weihnachtskonzert mit einem Luciazug. Jedes Jahr wird eine andere junge Frau aus dem Chor von Marianne Wennas zur Lucia erwählt – in diesem Jahr war es Nelly Gottschick, die es als besondere Ehre empfindet, den Chor als Lucia zu vertreten.

Sankta Lucia, eine Sizilianerin, die vor allem in Schweden verehrt wird. Wer war die Frau? Ihre Legende ist gruselig. Sie wird um das Jahr 286 in Syrakus als Tochter eines reichen Kaufmanns geboren. Nach dem Tod ihres Vaters macht sie mit ihrer kranken Mutter eine Wallfahrt zum Grab der heiligen Agathe. Danach sagt sie die Heirat mit ihrem Verlobten ab, um ihr Leben Jesus zu widmen. Der verrät sie und sie wird gefoltert. Sie soll auf dem Scheiterhaufen sterben, doch der konnte ihr nichts anhaben. Und so wurde sie schließlich erstochen. Außerdem soll sie sich selbst die Augen ausgerissen haben, sagt eine Legende. Ihre Augen, das Feuer und der Dolchstich – sie finden sich auf allerlei Darstellungen der Heiligen. So zum Beispiel in der St. Luzia-Kirche in Zell bei Neuburg an der Donau, wo eine große Heiligenfigur den Altar schmückt.

Die „schiache Luz“

Die Münchner Kunsthistorikerin Martina Sepp berichtet noch von einer weiteren Deutung. Da gibt es die lichtbringende gute Seite und die düstere Seite der Lucia. Die böse, hässliche Schwester der guten Lucia ist die „schiache Luz“, die in der Luciennacht Kinder, die nicht brav waren, verschreckt. Einst gab es diesen Brauch im Bayerischen Wald.

Schließlich gibt es am Schloss Blutenburg in München und in Fürstenfeldbruck den Brauch des Lucien-Häuschen-Schwimmen. Dabei lassen Kinder selbst gebastelte schwimmende Häuschen – beleuchtet von Kerzen – in der Dunkelheit auf einem kleinen See bzw. dem Fluss Amper schwimmen. Damit dankten die Bürger von Fürstenfeldbruck dafür, dass sie von Hochwasser verschont wurden, so will es die Legende.

Und in Schweden: da ist es in den Familien Brauch, dass die älteste Tochter die Lucia darstellt und mit den Kerzen auf dem Kopf die schlafenden Eltern und Geschwister mit Hefegebäck weckt – dem so genannten Lussekatter. Einst – in der alten Zeitrechnung – gab es am Luciatag sogar die Weihnachtsgeschenke. Sankta Lucia – eine vielgestaltige und ökumenische Heilige.

Quellen u.a. Ökumenisches Heiligenlexikon, katholisch.de, br.de, Wikipedia, Kunsthistorikerin Martina Sepp, Chorleiteirn Marianne Wennas http://www.schwedischer-chor.de

 

Phänomen Regenbogen

Ein sensationeller Morgen – eine außergewöhnliche Wetterlage und Wolkenbildung hat uns heute in Neuburg an der Donau einen beeindruckenden Regenbogen beschert. Er war so stark, dass über dem Hauptregenbogen ein weiterer, schwächerer mit umgekehrter Farbfolge zu sehen war – ein so genannter Nebenregenbogen. Ich war rund um das Schloß Grünau unterwegs – mit der Lumix GH4R und u.a. mit dem Lumix G Vario 7-14 mm, um den gesamten Regenbogen auf’s Bild zu kriegen.