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Die Welt im Umbruch

Die Vorstellung mutet heute merkwürdig an – wenn der Ministerpräsident den Glauben wechselt, dann müssen alle Bürger mit wechseln. Früher war das tatsächlich so: wenn der Herrscher den Glauben wechselte, dann folgten ihm alle Untertanen. Oder sie mussten das Land verlassen. „Cuius regio, eius religio“ – so der Grundsatz hatte früher extreme Folgen für die Untertanen. Zum Beispiel in der Pfalz Neuburg im heutigen Neuburg an der Donau – Thema der großen Ausstellung „Fürsten Macht & wahrer Glaube“ im Reformationsjubiläumsjahr. In der Pfalz Neuburg mussten die Untertanen gleich mehrfach die Konfession wechseln, weil ihre Herrscher es so wollten. Tatsächlich lässt sich die wechselvolle Konfessionsgeschichte von der Reformation zur Gegenreformation an kaum einem anderen Ort besser erzählen als rund um das Neuburger Schloss. Jede Konfession hat hier auch seine eigene Kirche. Drei große Ausstellungen in Bayern beleuchten im 500. Jahr der Reformation die spannenden Umbrüche zur Zeit Martin Luthers. Im Neuburger Schloss, im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und in der Veste Coburg und der Morizkirche kann man der Reformationsgeschichte aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln begegnen. Von Katholisch …

Auf dem Boden der Tatsachen

Obama und Merkel beim Kirchentag Wie kann ein US-Präsident mit einem Militäretat von 600 Milliarden Dollar zusehen, wie täglich 24.000 Menschen auf der Welt verhungern? Wie kann er es moralisch vertreten, dass Drohnen lautlos für den Tod von Menschen verantwortlich sind? Und wie geht die Bundeskanzlerin damit um, dass immer noch Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken? Die Fragen beim Kirchentagspodium mit Angela Merkel und Barack Obama vor dem Brandenburger Tor gingen ans Eingemachte. EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm, Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au und vier junge Leute stellten die Fragen – und es wurde ein wider Erwarten spannender Vormittag, für den sich gelohnt hatte, Stunden vorher am Veranstaltungsort zu sein. Locker beginnt Barack Obama: „First of All: Guten Tag.“ Er erzählt, dass er selbst einst mit der Arbeit bei der Kirche in einem Armenviertel in Chicago begonnen hat. Er zeigt sich sehr optimistisch, appelliert an das Gute im Menschen, ermuntert die vielen jungen Leute im Publikum daran zu glauben, Dinge zum Besseren wenden zu können und ihr Gegenüber mit Güte und Toleranz zu behandeln. Seine Zukunftsaufgabe sieht er darin, …

Inside Vatican – mit Georg Gänswein

„Wo sie reingekommen sind, da muss auch ein Obama rein“, sagt Erzbischof Georg Gänswein mit einem Augenzwinkern. „Sie sind hier auf ganz historischem Boden. Und wenn die Räume erzählen könnten, die könnten viel Spannendes, nicht immer Schönes aber ganz Menschliches erzählen.“ Wir sind zu Gast in der so genannten Zweiten Loggia des Apostolischen Palastes beim Präfekten des päpstlichen Hauses. Bei Georg Gänswein. Im Herzen des Vatikans. Dort wo Papst Franziskus bei seinen Audienzen seine Gäste empfängt. In zwei Stunden empfängt der Papst hier wieder seine Gäste, doch jetzt nimmt sich Erzbischof Georg Gänswein eine Stunde Zeit für uns. Charmant und freundlich präsentiert er sich. Schnell lässt unsere Anspannung nach; wir haben es hier mit einem ganz normalen Menschen zu tun, der allerdings eine außergewöhnliche Aufgabe hat. Er gewährt der bild-schön medienproduktion ein Interview für unsere aktuelle Produktion für das FWU Institut für Film und Bild. Für den Schulfilm „Der Papst – das Oberhaupt der katholischen Kirche“. Und um Einblicke in das Leben und Wirken der Päpste zu bekommen, ist Georg Gänswein genau der Richtige. Johannes Paul II., …

Bild-Sommer im Atelier-Container

Künstler und ihre Kunst – sie erweitern unseren Horizont, wenn wir uns auf sie einlassen. Und bei Peter Lang gilt das ganz besonders. Denn der Horizont ist, wenn man so will sein Thema. Denn der Künstler hat sich der Landschaftsmalerei verschrieben – und wenn er malt, dann will er dem Horizont ganz nahe sein. Peter Lang (51) ist ein erfolgreicher Künstler aus Gleißenberg im Landkreis Cham. In den letzten Jahren entstehen seine großformatigen abstrakten Landschaftsbilder oft auf Reisen mit seinem Atelier-Container an entlegenen Orten auf den Kontinenten. Er hat ein halbes Jahr in Patagonien im Süden von Chile gemalt, in den Norwegischen Fjorden und in Island. In diesen Tagen spannt er wieder einmal Leinwände auf und packt sie ein – bis zu 80 passen in den Container. Sobald die Alpen schneefrei sind – vermutlich Ende Mai – wird der Container per Tieflader auf eine Alm im Toten Gebirge in Österreich gebracht. Den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein wird er auf 1800 Metern auf der Alm leben und arbeiten. Wir begleiten ihn dabei für die Abendschau im …