Langzeit-Projekte gesucht!

Wenn aus einer fixen Idee ein Plan wird und dieser schließlich in die Tat umgesetzt wird – dann ist die bild-schön medienproduktion gerne  mit der Kamera dabei! Wir begleiten Eure und Ihre Langzeit-Projekte. Wie zum Beispiel das Projekt der Jugendkirche der Evangelischen Jugend im Dekanat Sulzbach-Rosenberg. Ein Jahr lang haben wir die jungen Leute begleitet – bis die Kapelle am Knappenberg fertig war.

http://bild-schön-medien.de/jugend-baut-kirche

Oder Peter Lang und sein Atelier-Container. Wir haben den Maler aus Gleißenberg im Bayerischen Wald besucht als er seinen Mal-Container bestückt hat. Und dann haben wir den Container auf seinem Weg hoch auf eine Alm nach Hinterstoder/Österreich begleitet. Und Peter beim Malen bei einem Wintereinbruch im September besucht.

http://bild-schön-medien.de/ein-mal-sommer-in-den-bergen

Und 2016 haben wir eine Hopfenbauernfamilie durchs Jahr begleitet.

http://bild-schön-medien.de/mit-dem-hopfen-durchs-jahr

Und jetzt suchen wir für das Jahr 2018 neue Ideen – gerne begleiten wir Euer und Ihr Projekt! Voraussetzungen: in einem überschaubaren Zeitraum sollte sich bei dem Projekt etwas bewegen, etwas entstehen, ein Ergebnis sichtbar werden. Und natürlich sollte es bildstark sein, Beispiele gibt es auf dieser Seite.

Ein Projekt für 2018 läuft bereits – der markante Baum auf dieser Seite. Er steht im Altmühltal, und wir begleiten ihn durch dieses Jahr.

Hier der neueste Film über Peter Langs Atelier-Container. Jetzt zeigt er bei Ausstellungen in Regensburg und München die Werke vom Almsommer in Hinterstoder.

Jugend baut Kirche

Ein außergewöhnliches Projekt – vor allem für die jungen Leute der Evangelischen Jugend Sulzbach-Rosenberg. Und auch für die bild-schön medienproduktion. Denn wir haben die Realisierung einer Holzkapelle am Jugendhaus Knappenberg nahe Amberg ein Jahr lang intensiv begleitet.

Kirchen haben die Menschen in früheren Jahrhunderten gebaut – als Symbol für ihren festen Glauben. Doch auch heute werden noch neue Kirchen gebraucht und gebaut. Und so hatten auch die jungen Leute in der Evangelischen Jugend Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz die Idee, eine Kapelle zu bauen. Als Zeichen für ihren Glauben. Keine zwei Jahre hat es gedauert – von der Idee bis zur Weihe der Kapelle durch Schirmherrn Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am 26. November 2017.

Ein bisschen verrückt war ihre Idee schon. Doch bald schon folgte auf dem Traum der Tatendrang. Ideen wurden entwickelt, ein Architekt plante und baute ein Modell, Zuschussanträge wurden formuliert, Aufgaben verteilt und Spenden gesammelt. Und dann kam der lang ersehnte Bescheid für die finanzielle Förderung aus dem EU-Leader-Programm.

Die neue Kapelle ist der spirituelle Begegnungsraum für das Jugendhaus Knappenberg, mitten im Wald gelegen. In den Pfingstferien verlegten die jungen Leute die Leitungen zum geplanten Standort. Und kurz vor den Sommerferien wurde die Kapelle aus großen Holzbauteilen dann bereits aufgerichtet. Jugendliche halfen mit, vor allem bei dem Anbringen von tausenden Holzschindeln an der Außenfassade. 1800 ehrenamtliche Arbeitsstunden leisteten sie, 35.000 Euro an Spenden sammelten sie ein.

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sagte in seiner Predigt zur Einweihung: “Ihr habt es geschafft! Wir haben es geschafft! Er ist wirklich ein Wunderwerk geworden, dieser Raum, in dem wir uns heute zum ersten Mal so versammeln. Gemeinsam, mit vereinten Kräften, mit großem Willen, Durchhaltevermögen, Geduld und manchmal auch der nötigen Ungeduld habt Ihr aus einer Idee/einer Vision Wirklichkeit werden lassen. Es war ein Down to the top Projekt, bei dem Ihr, liebe Jugendliche, mit guter Energie, zähem Verhandlungsgeschick, aber vor allem mit einem guten Geist so viele Erwachsene begeistert habt, dass Politiker, Geldgeber, Handwerker, Eltern, Kirchenleute, Euch dabei unterstützt haben, dass aus einer Zeichnung und aus Hölzern ein wunderbarer spiritueller Raum, eine Kapelle, geworden ist. Und auch ein großartiges Symbol in diesem Reformationsjubiläumsjahr. (…) Ich bin stolz auf Euch und auf Sie hier am Knappenberg und sage daher am Anfang meiner Predigt zunächst erstmal ein dickes und großes Dankeschön. Applaus, Applaus für Euch und Sie alle.”

Wir haben das Projekt journalistisch und filmisch intensiv für das Bayerische Fernsehen und die Evangelische Landeskirche begleitet. Die bild-schön medienproduktion hat sich auf die Begleitung von Langzeitprojekten spezialisiert. Außerdem ist das Projekt ein gelungenes Beispiel und eine Referenz für den Einsatz einer Drohne. Immer wieder haben wir das Gelände am Knappenberg beflogen. Entstanden sind herrliche Bilder und Beiträge mit engagierten Jugendlichen.

Unsere Beiträge zum Thema

https://www.br.de/mediathek/video/sulzbach-rosenberg-junge-leute-bauen-eigene-kirche-av:5a3a6ea6be905c0018156587

http://www.ardmediathek.de/tv/Abendschau-Gesichter-Geschichten-B/Projekt-Jugend-baut-Kirche/BR-Fernsehen/Video-Podcast?bcastId=5924750&documentId=39929582

Und der Link zum Architekten:

http://thiemannarchitektur.blogspot.de/2017/11/jugendkapelle-knappenberg_27.html

 

Ein Mal-Sommer in den Bergen

Der Besuch beim „Maler in den Bergen“ war fest vereinbart – seit Monaten. Doch was interessiert das Bergwetter, was sich der Journalist und der Maler ausdenken. Und so fällt der erste Besuchstermin Mitte September hoch oben auf der Alm in Hinterstoder regelrecht ins Wasser.

Wenige Tage vor dem zweiten vereinbarten Termin dann der Anruf von Peter: „Bei uns hat’s 40 Zentimeter geschneit“. Beim Blick auf die Webcam, die die Alm beobachtet, dann die weiße Überraschung. Was tun? An den ersten beiden Tagen kann Peter die Alm nicht verlassen. Doch am dritten Tag kommt dann Almbauer Willi Jansenberger herauf und die Strecke ist mit Allrad und Schneeketten wieder befahrbar.

Wetterkapriolen – sie ziehen sich wie ein roter Faden durch Peters Almsommer. Seine Idee, einen Sommer lang auf der Alm auf 1900 Metern Höhe hoch über Hinterstoder zu malen, ist dennoch gut. Doch der Sommer 2017 war ein durchwachsener. Es fängt schon an als der Transport des neun Tonnen schweren mobilen Atelier-Containers von Gleißenberg im Bayerischen Wald nach Hinterstoder in Oberösterreich und dann hinauf die Alm wegen eines späten Wintereinbruchs um drei Wochen auf den 23. Juni verschoben werden muss.

Seitdem lebt Peter nun auf der Alm – immer wieder auch gemeinsam mit seiner Frau Gabi, die wochenweise herauf kommt. Doch insbesondere der Juli hat es in sich. Ungewöhnlich lange und heftige Gewitter ereilen die beiden auf der Alm, so dass sie sich immer wieder in ihr Auto zurückziehen müssen – schließlich ist der Malcontainer aus Metall und die Gewitter flößen Peter Respekt ein, sagt er.

Unterschiedliche Wetterstimmungen, die hat Peter sich gewünscht. Und die hat er bekommen. Wolkenbehangene dunkle Himmel, über die die Blitze zucken; ein Gewitter in den Wolken unter der Alm und natürlich auch einige herrliche Sommertage. Motive hat er für zwei Jahre gesammelt, so Peter.

Ich kenne Peter nun seit zwei Jahren – als seine Frau Gabi mit ihrer Mannschaft in Gleißenberg die Dt. Meisterschaft im Downhill-Einradfahren ausrichtete. Und als ich nun mit Peters Hilfe über den Schnee herauf komme, erlebe ich endlich einmal, wie seine Bilder entstehen, die freilich nicht viel mit der klassischen Bergmalerei zu tun haben. Almbauer Willi, der sich mit Peter in den Monaten gut angefreundet hat und ihn versorgt, erklärt mir, dass ich ein ganzes Stück weggehen muss von Peters Bildern. Und mit jedem Schritt nach hinten und nach rechts und links verändert sich das Bild.

Eier, eine Schweißerklemme und so genannte Schlagschnüre, wie sie Maurer benutzen um gerade Linien zu ziehen, sind zentral für Peters Malstil. Zunächst rührt er seine Farben mit einer so genannten Eitempera an, mit der die Farben auf der Leinwand gebunden werden. Und wenn seine Eindrücke getrocknet sind, dann kommt der zweite Schritt. In die Schlagschnüre, die in kleinen Dosen aufgerollt sind, füllt er hochwertige farbige Pigmente. Schließlich wird die Schlagschnur am Rande des Bildes mit der Schweißerklemme befestigt. Dann spannt Peter die Schnur über das Bild und schnalzt die Schnur, so dass die Pigmente auf die Ölschicht auf der Leinwand feine Linien hinterlassen. Diese Linien überziehen das ganze Bild und geben diesem den feinen und typischen Charakter.

Reinhard Spieler, Direktor des Sprengelmuseums Hannover und Kurator des Kunstprojektes „Landschaft revisited“: „Peter Lang malt nicht im herkömmlichen Sinne mit dem Pinsel, sondern hat eine eigene Technik entwickelt, bei der er mit Hilfe von in Pigmente getauchten Schlagschnüren Farbpigmente in horizontalen Linien auf die Leinwand bringt. Er bildet nicht im herkömmlichen Sinne Landschaft ab, sondern gestaltet mit dieser ganz eigenen Technik eine Art von Licht- und Farbarchitektur.“

Fleißig war Peter in den Monaten in den Bergen. Mehr als 40 Bilder hat er schon geschaffen. Parallel zum Malen wurden seine Bilder gleich in Hinterstoder ausgestellt, denn Peter ist ja Teil der Aktion „Landschaft revisited“, die moderne Landschaftsmaler hierher nach Oberösterreich bringen soll.

Ein außergewöhnlicher Maler mit einem ebensolchen Mal-Container, der sich hier oben mit seinem gleichmäßigen Licht als perfektes Atelier herausstellt. Noch bis Mitte Oktober will Peter hier bleiben. Wenn der Schnee weg ist, soll der Atelier-Container zurück nach Gleißenberg. Und Peter freut sich nach spannenden Monaten in den Bergen auch wieder auf die Zeit zuhause. In mehreren Ausstellungen wird er die Ergebnisse seiner Mal-Reise nach Hinterstoder vorstellen.

Einige erste Eindrücke von Peters Bildern aus den Bergen.

Meine drei Beiträge über Peter und seinen Malcontainer findet Ihr auf meinem youtube-Kanal:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLTSrVK_8vWBp5-zYKuqPjV-7SB8TJfYmH

 

Die Welt im Umbruch

Die Vorstellung mutet heute merkwürdig an – wenn der Ministerpräsident den Glauben wechselt, dann müssen alle Bürger mit wechseln. Früher war das tatsächlich so: wenn der Herrscher den Glauben wechselte, dann folgten ihm alle Untertanen. Oder sie mussten das Land verlassen. „Cuius regio, eius religio“ – so der Grundsatz hatte früher extreme Folgen für die Untertanen. Zum Beispiel in der Pfalz Neuburg im heutigen Neuburg an der Donau – Thema der großen Ausstellung „Fürsten Macht & wahrer Glaube“ im Reformationsjubiläumsjahr.

In der Pfalz Neuburg mussten die Untertanen gleich mehrfach die Konfession wechseln, weil ihre Herrscher es so wollten. Tatsächlich lässt sich die wechselvolle Konfessionsgeschichte von der Reformation zur Gegenreformation an kaum einem anderen Ort besser erzählen als rund um das Neuburger Schloss. Jede Konfession hat hier auch seine eigene Kirche.

Drei große Ausstellungen in Bayern beleuchten im 500. Jahr der Reformation die spannenden Umbrüche zur Zeit Martin Luthers. Im Neuburger Schloss, im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und in der Veste Coburg und der Morizkirche kann man der Reformationsgeschichte aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln begegnen.

Von Katholisch zu Evangelisch

Die wechselvolle Geschichte beginnt mit Pfalzgraf Ottheinrich. Er lernt die neue Lehre Martin Luthers kennen und wechselt 1542 mit seiner jungen Wittelsbacher Pfalz zum Protestantismus. Er lässt die Schlosskapelle als erste evangelischen Kirchbau weltweit einrichten. Eine eigene lutherische Kirchenordnung wird erlassen. Seine zwei Nachfahren bauen die Pfalz Neuburg zum protestantischen Musterstaat aus.

Von Evangelisch zu katholisch

Bis 1614 ist die Pfalz Neuburg 72 Jahre evangelisch. Dann wird Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm zunächst heimlich und dann offiziell katholisch. Und mit ihm schließlich die ganze Pfalz Neuburg. Ein Schlag für seinen Vater – er stirbt. Die Jesuiten helfen Wolfgang Wilhelm bei der Gegenreformation. Andere Untertanen wandern für ihren Glauben aus und verlassen die Pfalz Neuburg.

Von der evangelischen Schlosskapelle über den Fürstengang in die katholische Hofkirche zieht sich die beeindruckende Ausstellung – durch die Jahrhunderte und die Konfessionswechsel. Katholischer Prunk in der Sakristei der Hofkirche. Prächtige Kelche der Jesuiten. Und eine Monstranz, die heute noch im Einsatz ist. Und dann machen die Besucher den Schritt hinaus in die Hofkirche. Die Ausstellung endet in der Kirche, die einst als evangelischer Kirchbau begonnen und schließlich als katholische Kirche vollendet wurde – mit dem „Großen jüngsten Gericht“ von Rubens. Eine Kirche als Symbol für den Wechsel des Glaubens. Eine sehenswerte Ausstellung, die bis zum 5. November ungewöhnliche Einblicke in die Konfessionsgeschichte gewährt.

Bis 5. November 2017, geöffnet Dienstag bis Sonntag 9 bis 18 Uhr, Eintritt: Erwachsene 8,50 €, Ermäßigt 7,50 €

Zwei weitere hochkarätige Ausstellungen

“Kolumbus, Luther und die Folgen” beleuchtet in diesem Jahr die große Sonderausstellung im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Denn auch wenn er es gar nicht wollte, Martin Luther veränderte die Welt. Er brachte das Weltbild der Menschen ins Wanken, ebenso wie Nicolaus Copernicus, der die Sonne in den Mittelpunkt des Kosmos rückte. Und auch Christoph Kolumbus verändert die Welt, in dem er zunächst unwissentlich einen neuen Kontinent entdeckte. Am Ende der Ausstellung der Gedanke vom Leben, das vergänglich ist, wie eine Seifenblase. Homo Bulle est.

Die diesjährige Landesausstellung “Ritter Bauern Lutheraner” zeigt am authentischen Ort Coburg die Folgen der Reformation für unterschiedliche Teile der Bevölkerung. Die Ausstellung ist aufgeteilt in der Veste Coburg und in der Morizkirche – beide hat Martin Luther 1530 besucht. In der Morizkirche empfangen so genannte Reformationsbotschafter die Gäste. Die Morizkirche, in der Martin Luther sieben Mal gepredigt hat, ist Schauplatz von Reformationgeschichte und Ausstellungsobjekt zugleich – wie auch die stolze Veste hoch über der Stadt. Hier erzählen die Macher vom Haus der bayerischen Geschichte in der Landesausstellung in welche Zeit die Reformation fiel und wie sie auf die Menschen wirkte. Von den Bauern über den Adel bis zum Klerus – sie alle erlebten vor 500 Jahren eine spannende Zeit. Die Welt im Umbruch.