Alle Artikel in: Land und Leute

Die Welt im Umbruch

Die Vorstellung mutet heute merkwürdig an – wenn der Ministerpräsident den Glauben wechselt, dann müssen alle Bürger mit wechseln. Früher war das tatsächlich so: wenn der Herrscher den Glauben wechselte, dann folgten ihm alle Untertanen. Oder sie mussten das Land verlassen. „Cuius regio, eius religio“ – so der Grundsatz hatte früher extreme Folgen für die Untertanen. Zum Beispiel in der Pfalz Neuburg im heutigen Neuburg an der Donau – Thema der großen Ausstellung „Fürsten Macht & wahrer Glaube“ im Reformationsjubiläumsjahr. In der Pfalz Neuburg mussten die Untertanen gleich mehrfach die Konfession wechseln, weil ihre Herrscher es so wollten. Tatsächlich lässt sich die wechselvolle Konfessionsgeschichte von der Reformation zur Gegenreformation an kaum einem anderen Ort besser erzählen als rund um das Neuburger Schloss. Jede Konfession hat hier auch seine eigene Kirche. Drei große Ausstellungen in Bayern beleuchten im 500. Jahr der Reformation die spannenden Umbrüche zur Zeit Martin Luthers. Im Neuburger Schloss, im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und in der Veste Coburg und der Morizkirche kann man der Reformationsgeschichte aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln begegnen. Von Katholisch …

Mit dem Atelier-Container auf Reisen

Vom Bayerischen Wald ins Tote Gebirge Die abenteuerliche Reise von Künstler Peter Lang und seinem Atelier-Container kann beginnen. Im März haben wir Peter bei seinen Vorbereitungen besucht. Vor uns liegen 24 Stunden, die es in sich haben. Peter will den Sommer über auf einer Alm bei Hinterstoder in Oberösterreich malen. Und dafür muss der neun Tonnen schwere Mal-Container auf 1800 Metern Höhe in das Tote Gebirge transportiert werden. Der Abend zuvor: Die Vorbereitungen sind nahezu abgeschlossen, noch steht der Container geöffnet vor seinem Atelier in Gleißenberg im Landkreis Cham. Peter Lang ist aufgeregt. Und die Aufregung wird sich wohl erst legen, wenn der Container auf der Alm angekommen und aufgebaut ist. Für Peter heißt es jetzt für einige Monate Abschied nehmen von seinem Atelier und der Familie in Gleißenberg. Wobei sie ihn alle natürlich regelmäßig besuchen werden. Vor einigen Wochen hat Peter die Einbauschränke im Container mit seinen Mal-Utensilien aufgefüllt, vor allem mit den hochwertigen Pigmenten. Kurz vor der Abreise sind einige Freunde gekommen, um ihn zu verabschieden und ihm beim Verladen zu helfen. Vor allem …

Auf den Spuren von Luther in Rom

Ein sonniger Sonntag in Rom im April – wir starten zu einer evangelischen Runde in der katholischen Stadt. Im Zentrum der katholischen Weltkirche, wo die Päpste Luther einst verbannten und ihn zwingen wollten zu widerrufen, suchen wir die Spuren von Martin Luther. 500 Jahre nach dem Beginn der Reformation und 200 Jahre nach dem ersten evangelischen Gottesdienst in Rom. Christuskirche Wir starten an der Piazza Barberini, vorbei an der amerikanischen Botschaft in die Via Toscana 7 in die einzige evangelische Kirche von Rom, die Christuskirche. Sonntagsgottesdienst um 10. Neben den Gemeindemitgliedern sind dieses Mal auch eine bayerische Reisegruppe und der ehemalige Landesbischof Johannes Friedrich mit seiner Frau gekommen. Die Gemeinde besteht aus rund 500 vorwiegend Deutschen, die in Rom leben, viele nur auf Zeit. Ein ständiger Wandel begleitet die Gemeinde. Und auch Pfarrer Jens-Martin Kruse wird im nächsten Jahr die Gemeinde wieder verlassen, denn die Pfarrstelle wird von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Wechsel besetzt. Palazzo Caffarelli auf dem Kapitol In diesem Jahr feiert die Gemeinde auch ihre eigene Geschichte. Vor genau 200 …

Bild-Sommer im Atelier-Container

Künstler und ihre Kunst – sie erweitern unseren Horizont, wenn wir uns auf sie einlassen. Und bei Peter Lang gilt das ganz besonders. Denn der Horizont ist, wenn man so will sein Thema. Denn der Künstler hat sich der Landschaftsmalerei verschrieben – und wenn er malt, dann will er dem Horizont ganz nahe sein. Peter Lang (51) ist ein erfolgreicher Künstler aus Gleißenberg im Landkreis Cham. In den letzten Jahren entstehen seine großformatigen abstrakten Landschaftsbilder oft auf Reisen mit seinem Atelier-Container an entlegenen Orten auf den Kontinenten. Er hat ein halbes Jahr in Patagonien im Süden von Chile gemalt, in den Norwegischen Fjorden und in Island. In diesen Tagen spannt er wieder einmal Leinwände auf und packt sie ein – bis zu 80 passen in den Container. Sobald die Alpen schneefrei sind – vermutlich Ende Mai – wird der Container per Tieflader auf eine Alm im Toten Gebirge in Österreich gebracht. Den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein wird er auf 1800 Metern auf der Alm leben und arbeiten. Wir begleiten ihn dabei für die Abendschau im …