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Auf den Spuren von Luther in Rom

Ein sonniger Sonntag in Rom im April – wir starten zu einer evangelischen Runde in der katholischen Stadt. Im Zentrum der katholischen Weltkirche, wo die Päpste Luther einst verbannten und ihn zwingen wollten zu widerrufen, suchen wir die Spuren von Martin Luther. 500 Jahre nach dem Beginn der Reformation und 200 Jahre nach dem ersten evangelischen Gottesdienst in Rom. Christuskirche Wir starten an der Piazza Barberini, vorbei an der amerikanischen Botschaft in die Via Toscana 7 in die einzige evangelische Kirche von Rom, die Christuskirche. Sonntagsgottesdienst um 10. Neben den Gemeindemitgliedern sind dieses Mal auch eine bayerische Reisegruppe und der ehemalige Landesbischof Johannes Friedrich mit seiner Frau gekommen. Die Gemeinde besteht aus rund 500 vorwiegend Deutschen, die in Rom leben, viele nur auf Zeit. Ein ständiger Wandel begleitet die Gemeinde. Und auch Pfarrer Jens-Martin Kruse wird im nächsten Jahr die Gemeinde wieder verlassen, denn die Pfarrstelle wird von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Wechsel besetzt. Palazzo Caffarelli auf dem Kapitol In diesem Jahr feiert die Gemeinde auch ihre eigene Geschichte. Vor genau 200 …

Bild-Sommer im Atelier-Container

Künstler und ihre Kunst – sie erweitern unseren Horizont, wenn wir uns auf sie einlassen. Und bei Peter Lang gilt das ganz besonders. Denn der Horizont ist, wenn man so will sein Thema. Denn der Künstler hat sich der Landschaftsmalerei verschrieben – und wenn er malt, dann will er dem Horizont ganz nahe sein. Peter Lang (51) ist ein erfolgreicher Künstler aus Gleißenberg im Landkreis Cham. In den letzten Jahren entstehen seine großformatigen abstrakten Landschaftsbilder oft auf Reisen mit seinem Atelier-Container an entlegenen Orten auf den Kontinenten. Er hat ein halbes Jahr in Patagonien im Süden von Chile gemalt, in den Norwegischen Fjorden und in Island. In diesen Tagen spannt er wieder einmal Leinwände auf und packt sie ein – bis zu 80 passen in den Container. Sobald die Alpen schneefrei sind – vermutlich Ende Mai – wird der Container per Tieflader auf eine Alm im Toten Gebirge in Österreich gebracht. Den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein wird er auf 1800 Metern auf der Alm leben und arbeiten. Wir begleiten ihn dabei für die Abendschau im …

Die Heilige Lucia in Bayern

Ein Mädchen mit brennenden Kerzen auf dem Kopf – am 13. Dezember feiern die Schweden die Heilige Lucia mit dem Luciafest. Jede Schule und jeder Kindergarten kürt seine eigene Lucia – und auch bei uns findet das Fest zunehmend mehr Anhänger. In Bayern gibt es rund um die Heilige Lucia allerlei Brauchtum. Wir berichten in der Abendschau im BR Fernsehen am Lucientag 2016 darüber. Die Heilige Lucia ist, wenn man so will, eine ökumenische Heilige. Denn obwohl sie im 3. Jahrhundert in Syrakus auf Sizilien lebte und von den Katholiken als Heilige verehrt wird, steht sie auch bei den Evangelischen in Skandinavien und Deutschland hoch im Kurs. Ihr Name Lucia bedeutet „die Leuchtende“. Und so erklärt sich auch die Verbindung nach Skandinavien und ihr Gedenktag am 13. Dezember. Denn vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders war der 13. Dezember der kürzeste Tag des Jahres mit der längsten Nacht. Und die Wintersonnwende war für die Skandinavier seit jeher von großer Bedeutung, da die Tage nun wieder länger wurden – bis zur Sommersonnwende. Schwedischer Chor München Und so …

Finito floating piers

Jetzt ist Schluss! Finito! Die „floating piers“ von Christo werden seit heute wieder abgebaut. So ein Aufwand für nur 16 Tage könnte man sich fragen. Aber gerade das ist ja der Reiz der Kunstwerke von Christo und seiner Frau Jeanne-Claude. Sie sind nur von kurzer Dauer und leben danach in der Erinnerung weiter – freilich auch in Millionen von Fotos und Videos – einige davon auf dieser Seite und in den anderen Einträgen von unserer Reise an den Lago d’iseo. Eine sehr treffende Bilanz zieht der Berliner Tagesspiegel: http://www.tagesspiegel.de/kultur/christos-floating-piers-ornament-ist-masse/13819222.html Zitat aus dem Beitrag von Peter von Becker: „Allein, die Magie ertrinkt in der Masse. Sie bildet das beherrschende Ornament. Die Piers sind von frühmorgens bis fast Mitternacht geflutet von den unermüdlich an- und abströmenden Menschen. Danach wird die Anlage entgegen der ursprünglichen Absicht bis zur Morgendämmerung geschlossen. Tagsüber aber wirken die 16 Meter breiten Stege nun nicht mehr als leuchtende Wasserwege, sondern wie eine überwiegend schwarze Ameisenstraße. Das Werk verschwindet fast unter seinen Betrachtern, und der Mitwirkende wird vom freien Flaneur zum Herdentier. Es ist das Paradox der …