Die Magie des Snæfellsjökull

Endlich: wir stehen zum ersten Mal auf dem Gipfel des Snæfellsjökull im Westen Islands! Doch: leider ist vom Krater des Vulkans nichts zu sehen. Stattdessen Schnee, Eis, Wind und Nebel. Doch hier muss er doch irgendwo sein, der Ort, an dem die „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ des deutschen Professors Otto Lidenbrock begonnen hat. Schriftsteller Jules Verne lässt ihn und seinen Neffen Axel (!) gemeinsam mit dem Eiderentenjäger Hans Bjelke den Snæfellsjökull besteigen und schließlich in den Krater hinabsteigen: “Steig hinab in den Krater des Sneffels Yocul … und Du wirst zum Mittelpunkt der Erde gelangen”, heißt es dort.

Fünf Tage nach unserem ersten Besuch auf dem Vulkan versuchen wir es noch einmal. Das Wetter herrlich, die Aussicht perfekt in alle Himmelsrichtungen. Doch 155 Jahre nach der Erscheinung des Romans von Jules Verne auch dieses Mal keine Spur vom Krater des Vulkans. Na gut ist ja auch ein Roman, der Vulkan zum letzten Mal vor 1800 Jahren ausgebrochen. Stattdessen ist der Berg (1446 m) mit einem Gletscher bedeckt. Allerdings schmilzt er laut neuesten Prognosen bis 2050.

Sehnsuchtsland Island für Peter Lang

Auch ohne Vulkankrater – die Magie des Berges zieht uns an, ein Kraftort. Auch für Peter Lang, Künstler aus Gleißenberg im Bayerischen Wald. Mit 19 – vor 35 Jahren – war er zum ersten Mal hier, ist damals mit Freunden durch Island gewandert. Eine „Expedition“ ins unbekannte raue Sehnsuchtsland Island auf den Spuren von Jules Verne. Und damals beschloss er hier auf dem Gipfel Maler zu werden. Es war eine gute Entscheidung. Peter studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München. Und entdeckte die Malreisen für sich, unter anderem nach Trondheim/Norwegen und nach Patagonien/Chile. Zum zweiten Mal ist er nun schon am Snæfellsjökull – 2012/13 und jetzt wieder 2018/19 malt er hier ein halbes Jahr lang.

Wir stehen gemeinsam im Dunst auf dem Gipfel. Peter sinniert darüber, dass es eine gute Entscheidung gewesen sei, Maler zu werden.  Mit fast 54 Jahren ist er wieder hier, als „gewichtiger“ Maler. Dass das Wetter heute so ist, wie es ist, sei eben typisch isländisch. Selbst bei der besten Wettervorhersage kann es schlecht sein – es kommt wie es kommt, so ist auch die Lebenseinstellung der Isländer. Das ist für Peter der „Charme des Landes“.

Drei Besuche am Snæfellsjökull

Ich habe Peter bei seinem Aufenthalt am Snæfellsjökull auf der Halbinsel Snæfellsnes im Westen Islands dreimal besucht. Er bewohnt im Ort Hellissandur das ehemalige Rescue-Haus der Gemeinde. Hier findet er nahezu ideale Bedingungen vor, hat in der ehemaligen Fahrzeuggarage ein großzügiges Atelier. Dafür hat er zwei große Fenster mitgebracht, die die Gemeindearbeiter eingebaut haben. Blick auf das Meer, in dem immer wieder Wale vorbei schwimmen, direkt aus Atelier und Küche. Blick auf den Snæfellsjökull  aus dem Wohnzimmer.

Aus Dank überlässt Peter der Gemeinde eines seiner wertvollen Bilder. Ich bin dabei als er es mit seinem isländischen Freund Fúsi zu Bürgermeister Kristinn in das Rathaus bringt. Es ist nach seinem Besuch 2010/11 das zweite Bild von Peter im Rathaus.

Bürgermeister Kristinn Jonasson ist ein Förderer und Unterstützer von Peter. Er sieht in Peter die Chance große Kunst nach Snæfellsnes zu bringen. Besucher sind im Atelier willkommen, an einem Tag der offenen Tür Ende April kommen sehr viele Gäste, um Peters Arbeiten zu sehen.

Wir stehen nun bei schönem Wetter auf dem Snæfellsjökull . Ein sensationeller und ergreifender Ausblick für mich und Peter – der Berg „läuft so richtig schön aus, so wie ein Spiegelei in der Pfanne und rundherum das Meer“! Ergreifend und magic.

Abschied

Doch jetzt reicht es Peter – ein halbes Jahr ist er hier und packt Ende Mai den Container, der seine Bilder zurück nach Deutschland bringt. Insgesamt hat er zweieinhalb bis drei Jahre seines Lebens in Island verbracht. Und für ihn schließt sich damit ein Kreis – und dennoch lässt ihn Island nicht los. Der Abschied wird hart werden, das weiß er.

Ab Herbst wird Peter seine neuen Island-Arbeiten bei mehreren Ausstellungen u.a. in München und Eger zeigen.  Parallel dazu zeigt die bild-schön medienproduktion den Film über Peters Zeit in und über Island.

 

Ich habe Peter schon einmal bei einer seiner Malreisen besucht:

http://bild-schön-medien.de/ein-mal-sommer-in-den-bergen

http://bild-schön-medien.de/mit-dem-atelier-container-auf-reisen

 

Jugend baut Kirche

Ein außergewöhnliches Projekt – vor allem für die jungen Leute der Evangelischen Jugend Sulzbach-Rosenberg. Und auch für die bild-schön medienproduktion. Denn wir haben die Realisierung einer Holzkapelle am Jugendhaus Knappenberg nahe Amberg ein Jahr lang intensiv begleitet.

Kirchen haben die Menschen in früheren Jahrhunderten gebaut – als Symbol für ihren festen Glauben. Doch auch heute werden noch neue Kirchen gebraucht und gebaut. Und so hatten auch die jungen Leute in der Evangelischen Jugend Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz die Idee, eine Kapelle zu bauen. Als Zeichen für ihren Glauben. Keine zwei Jahre hat es gedauert – von der Idee bis zur Weihe der Kapelle durch Schirmherrn Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am 26. November 2017.

Ein bisschen verrückt war ihre Idee schon. Doch bald schon folgte auf dem Traum der Tatendrang. Ideen wurden entwickelt, ein Architekt plante und baute ein Modell, Zuschussanträge wurden formuliert, Aufgaben verteilt und Spenden gesammelt. Und dann kam der lang ersehnte Bescheid für die finanzielle Förderung aus dem EU-Leader-Programm.

Die neue Kapelle ist der spirituelle Begegnungsraum für das Jugendhaus Knappenberg, mitten im Wald gelegen. In den Pfingstferien verlegten die jungen Leute die Leitungen zum geplanten Standort. Und kurz vor den Sommerferien wurde die Kapelle aus großen Holzbauteilen dann bereits aufgerichtet. Jugendliche halfen mit, vor allem bei dem Anbringen von tausenden Holzschindeln an der Außenfassade. 1800 ehrenamtliche Arbeitsstunden leisteten sie, 35.000 Euro an Spenden sammelten sie ein.

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sagte in seiner Predigt zur Einweihung: “Ihr habt es geschafft! Wir haben es geschafft! Er ist wirklich ein Wunderwerk geworden, dieser Raum, in dem wir uns heute zum ersten Mal so versammeln. Gemeinsam, mit vereinten Kräften, mit großem Willen, Durchhaltevermögen, Geduld und manchmal auch der nötigen Ungeduld habt Ihr aus einer Idee/einer Vision Wirklichkeit werden lassen. Es war ein Down to the top Projekt, bei dem Ihr, liebe Jugendliche, mit guter Energie, zähem Verhandlungsgeschick, aber vor allem mit einem guten Geist so viele Erwachsene begeistert habt, dass Politiker, Geldgeber, Handwerker, Eltern, Kirchenleute, Euch dabei unterstützt haben, dass aus einer Zeichnung und aus Hölzern ein wunderbarer spiritueller Raum, eine Kapelle, geworden ist. Und auch ein großartiges Symbol in diesem Reformationsjubiläumsjahr. (…) Ich bin stolz auf Euch und auf Sie hier am Knappenberg und sage daher am Anfang meiner Predigt zunächst erstmal ein dickes und großes Dankeschön. Applaus, Applaus für Euch und Sie alle.”

Wir haben das Projekt journalistisch und filmisch intensiv für das Bayerische Fernsehen und die Evangelische Landeskirche begleitet. Die bild-schön medienproduktion hat sich auf die Begleitung von Langzeitprojekten spezialisiert. Außerdem ist das Projekt ein gelungenes Beispiel und eine Referenz für den Einsatz einer Drohne. Immer wieder haben wir das Gelände am Knappenberg beflogen. Entstanden sind herrliche Bilder und Beiträge mit engagierten Jugendlichen.

Unsere Beiträge zum Thema

https://www.br.de/mediathek/video/sulzbach-rosenberg-junge-leute-bauen-eigene-kirche-av:5a3a6ea6be905c0018156587

http://www.ardmediathek.de/tv/Abendschau-Gesichter-Geschichten-B/Projekt-Jugend-baut-Kirche/BR-Fernsehen/Video-Podcast?bcastId=5924750&documentId=39929582

Und der Link zum Architekten:

http://thiemannarchitektur.blogspot.de/2017/11/jugendkapelle-knappenberg_27.html

 

Mit dem Hopfen durchs Jahr

Ohne Hopfen kein vernünftiges Bier! Deshalb hat die bild-schön medienproduktion das Jubiläumsjahr 500 Jahre Reinheitsgebot zum Anlass genommen, 2016 den Hopfen zu begleiten. Seit dem Winter waren wir immer wieder in den Hopfengärten der Familie Zandl in Weichenried bei Hohenwart/Landkreis Pfaffenhofen unterwegs – bis zur Ernte Anfang September.

Auf mehr als 30 Hektar baut die Familie in ihren Hopfengärten unterschiedliche Hopfensorten an. Hopfen ist eine arbeitsreiche Sonderkultur, die freilich in guten Jahren auch einen gute Ernte und einen ordentlichen Ertrag für die Hopfenpflanzer bedeutet. Und 2016 war glücklicherweise ein gutes Hopfenjahr; die Bauern brauchten das nach der sehr schlechten Ernte 2015 allerdings auch. Hans Zandl, den ich mit der Kamera begleiten durfte, handelte nach der Ernte 2015 für die nächsten Jahre einen Vertrag mit einem ordentlichen Preis aus.

Das Anbaugebiet in der Hallertau ist das größte der Welt. Knapp 1000 Hopfenpflanzer gibt es dort noch. Auch in diesem Jahr haben einige Familien den arbeitsintensiven Anbau für immer aufgegeben. Die verbleibenden Hopfenpflanzer hingegen bewirtschaften immer größere Fläche. Das ganze Jahr über gibt es in den Hopfengärten etwas zu tun. Es beginnt mit dem Spannen der Drähte für die Hopfenpflanzen im Herbst und Winter. Und wenn die Pflanzen dann ab März wachsen, müssen sie immer wieder angedreht werden, das heißt so in die Drähte gedreht werden, dass sie ordentlich wachsen. Immer wieder müssen die Pflanzen gespritzt werden, da die Monokulturen anfällig für Schädlinge sind. Bis in sieben Meter Höhe wachsen die Pflanzen. Entscheidend sind die Monate Juli und August, da muss es warm aber nicht zu heiß und feucht sein. So wie in diesem Jahr.

Und wozu braucht man jetzt eigentlich den Hopfen? Bier ist ein “mäßig vergorenes Getränk mit Getreide als Basis”, heißt es. Und darin hat der Hopfen zwei Bedeutungen: “Ein derartiges Bier hatte einen unausgeprägten, faden Geschmack und schrie geradezu nach einem Gewürz. Und dieses Gewürz sollte das Getränk vor allzu schnellem Verderb schützen. Beide Ziele gelangen mit dem Zusatz von Hopfen am besten.”

 

 

Sommerkino

Die bild-schön medienproduktion gönnt sich eine kleine Sommerpause und bietet in dieser Zeit ein Sommerkinoprogramm. Wir zeigen ausgewählte Produktionen der letzten Wochen:

Das Hopfenjahr

500 Jahre Reinheitsgebot – die bild-schön medienproduktion hat das Thema zum Anlass genommen, 2016 den Hopfen zu begleiten. Ein Jahr in den Hopfengärten der Familie Zandl in Weichenried bei Hohenwart/Landkreis Pfaffenhofen.

Ein neuer Rollrasen für den FC Ingolstadt

Kurz vor Beginn der Bundesligasaison hat der FC Ingolstadt den gesamten Rasen im Stadtion ausgetauscht. Innerhalb von wenigen Tagen wird der alte Rasen entfernt, frische Erde aufgetragen, der neue Rasen in Waidhofen bei Ingolstadt geerntet bzw. abgeschält und dann an zwei Tagen im Stadion neu verlegt. Der Rollrasen macht’s möglich. Und die bild-schön medienproduktion hat in Abstimmung mit dem Tower des Flughafens Manching dreimal die Drohne zum Einsatz gebracht – für beeindruckende Bilder:

“Kampfjet trifft Oldtimer”

Die bild-schön medienproduktion unterstützt die Stiftung “FÜR NEUBURGER” bei der Aktion “Kampfjet trifft Oldtimer” beim  Taktischen Jagdgeschwader 74 in Neuburg mit Fotos und einem Film.

Neuburger Sommerakademie

Wir haben den erstmals angebotenen Steinbildhauerkurs bei der 38. Neuburger Sommerakademie für das BR Fernsehen begleitet und Impressionen vom umfangreichen Programm eingefangen:

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/abendschau/neuburg-sommerakademie-steinbildhauserkurs-100.html

Dinopark Denkendorf

Und dann haben wir für das BR Fernsehen den neuen Dinopark schon vor der Eröffnung besucht: “Auf den Spuren der Dinosaurier können ab Donnerstag, 25. August die Besucher im Dinopark in Denkendorf wandeln. Die privaten Betreiber erwarten rund 100.000 Besucher pro Jahr und verfolgen mit dem Dinopark einen hohen Anspruch. Zwar schwimmen auch sie auf der Dino-Welle, doch wollen sie auch Wissen über die Dinosaurier vermitteln. Dafür wurden von einem Paläontologen 20 Führer ausgebildet, die die Besucher auf Wunsch begleiten.

Auf einem eineinhalb Kilometer langen Waldpfad kann man die Erdgeschichte erkunden. Beginnend vom Ursprung des Lebens im Wasser sind zahlreiche lebensechte Dinosaurier zu sehen. So gibt es einen vier Meter hohen und 13 Meter langen T-Rex und – als größtes Einzelstück – einen 27 Meter langen und 13 Meter hohen Brachiosaurus. Anschließend können die Besucher selber nach Fossilien suchen und in einem Ausstellungsgebäude den ältesten weltweit gefundenen Urvogel Archaeopteryx bestaunen. Er wurde 2010 nur wenige Kilometer entfernt von Denkendorf gefunden und gehört einem Privatsammler. ”