Alle Artikel mit dem Schlagwort: Bayerischer Rundfunk

Ein Gefühl wie Jesus

„Also dieses Gehen ist fast schwerelos. Es ist fast so dieses Gefühl, wie der Herr Jesus auf dem Wasser zu gehen.“ Elfriede Schießleder aus Eggenfelden, Landesvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes ist gemeinsam mit ihrem Mann Xaver eine der ersten Besucherinnen am frühen Morgen auf den „floating piers“. Endlich hat das lange Warten ein Ende und Tausende strömen an diesem Samstag morgen kurz nach halb acht auf die schwimmenden Stege, so auch die Familie Schießleder, die extra für das Wochenende her gekommen ist. Es sind vor allem Italiener, aber auch viele Deutsche sind gekommen. Es herrscht eine entspannte Stimmung. Die Menschen sind fröhlich – und glücklich bei den ersten dabei zu sein. Schließlich ist es für viele ein historischer Tag. Die Bürgermeisterin von Sulzano Paola Pezzotti hat gesagt, dass der Iseosee jetzt in die Geschichte der modernen Kunst eingeht. Eigentlich sollten die Stege ab Mitternacht begehbar sein. Doch es gibt eine Unwetterwarnung und tatsächlich fegt über unser Hotel in der Umgebung ein heftiges Gewitter. Eine andere Erklärung, die wir am frühen Morgen hören: die elektronische Besucherzählung funktioniert noch nicht. Und …

Bierbauch und Speicherspeck

Eine Ausstellung über etwas, was es gar nicht gibt. Jetzt heißt es ganz stark sein: der Bierbauch ist ein Mythos. Denn, so sagt Marion Ruisinger, Direktorin des Deutschen Medizinhistorischen Museums in Ingolstadt, der Bauch kommt nicht vom Bier allein. Er entsteht dann, wenn man mehr Energie zu sich nimmt als der Körper verbraucht. Der legt dann Speicherspeck an – ein herrliches Wort. Und beim Mann legt sich der Speicherspeck halt nun mal meistens direkt in der Körpermitte am Bauch ab. Und daher kommt der angebliche Bierbauch, der keiner ist. Und dennoch widmet das Medizinhistorische Museum gemeinsam mit dem Bauerngerätemuseum Ingolstadt dem Bierbauch eine eigene Kunstausstellung. Schließlich ist Ingolstadt die Heimat des Reinheitsgebotes, das in diesen Tagen 500 Jahre alt wird. Zu sehen sind in einem Stall des Bauerngerätemuseums kunstvolle Fotografien von Gabriele Neumaier. Sie hat den Bierbauch als Berg, als herrliche Landschaft und Kulisse inszeniert. Kleine Figuren erleben allerlei auf dem Bauch – sie erklimmen ihn wie Bergsteiger, musizieren dort oder feiern einfach darauf. Alle Infos zur Ausstellung gibt es hier. Mein Beitrag zur Ausstellung aus …

Die hohe Kunst

Es hat schon eine große Portion Mut dazu gehört, als Eva Schmutterer (63) vor 20 Jahren nach Norwegen gezogen ist. Sie zog zu ihrem späteren Mann in das 38 Einwohner zählende Dorf Kamøyvær. Und das liegt am Nordende des 2500 Kilometer langen Landes. Das Dorf Kamøyvær gehört zur Nordkapp-Gemeinde und Eva ist glücklich hier. Ich konnte sie besuchen und mit ihr reden und drehen. In Nürnberg hat sie als Sozialpädagogin in Gostenhof gearbeitet, doch dann lernte sie auf einer Feier einer Freundin ihren heutigen Mann kennen. Schon zuhause hatte sie in ihrer Freizeit Spaß an der Kunst gehabt. Und in der neuen Heimat hat sie sich dann ganz ihrer Kunst gewidmet. Und nach einer Durststrecke hat sie mit ihren Bildern großen Erfolg. Rund 20.000 Menschen kommen jedes Jahr – vor allem im Sommer – in ihre Galerie „East of the sun“ und kaufen ihre Bilder und Bücher. Der Vorteil ihrer Galerie: sie liegt 25 Kilometer vor dem Nordkapp in einer Gegend, die an touristischen Attraktionen abgesehen von einer atemberaubenden Landschaft nicht viel zu bieten hat. Ihre Arbeiten …

Vier Messen in 24 Stunden

Zu Besuch bei Pater Antonius in Hammerfest – was ich mit ihm in 36 Stunden alles erleben darf, das hat es in sich. Eine spektakuläre Autofahrt an der Barentsee, eine Schiffsreise mit Königskrabben, ein Besuch am Außenposten der Zivilisation und eine Nacht mit wenig Schlaf. Pater Antonius Sohler ist Kosmopolit und Missionar. Er stammt aus Heimenkirch im Landkreis Lindau. Theologie hat er in Rom studiert und dort auch gearbeitet, 15 Jahre lang. Es folgten einige Jahre in Amsterdam, schließlich drei Jahre als Priester in Bayern. Und im letzten Jahr war der liebe Gott im Spiel als Pater Antonius genau zur rechten Zeit durch einen Artikel auf die katholische Kirche in Nord-Norwegen aufmerksam wurde. In der Diözese Tromsø, die von der russischen Grenze bis in die Mitte Norwegens reicht, freute sich Bischof Berislav über das Interesse von Pater Antonius. Und nach zwei Besuchen zum Schnuppern ging er im letzten Sommer nach Hammerfest – die nördlichste Stadt der Welt mit der nördlichsten Kirche der Welt! Von dort aus versorgt Pater Antonius (50) den hohen Norden mit Messen. …