Evangelische Landessynode 2015 Schweinfurt

Die Flüchtlinge, Fluchtursachen und Frieden, die Partnerschaft der Landeskirche mit der schwedischen Diözese Skara, die Zukunft der Pfarrerinnen und Pfarrer, “Gott und die Welt” – eine große Triennale für zeitgenössische Kunst – die evangelische Landessynode in Schweinfurt hat ein großes Themenspektrum.  Im Auftrag der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Bayern begleiten wir die Herbsttagung der Landessynode im November 2015 in Schweinfurt.

http://landessynode.bayern-evangelisch.de/Videos-460.php

 

 

 

Die St. Johanniskirche in Schweinfurt war im Februar Vesperkirche – http://bild-schön-medien.de/vesperkirche-schweinfurt

Bei Bischof Berislav in Tromsø

Ein Besuch bei einem alten Bekannten

Tromsö und der katholische Bischof Berislav – für mich gehört das längst zusammen und beide schätze ich sehr. Seit 2009 ist der gebürtige Kroate Berislav Grgic Bischof der nördlichsten katholischen Diözese der Welt, der Prälatur Tromsö. Und seit 2009 besuche ich ihn hier nun zum dritten Mal; und einmal habe ich ihn zwischenzeitlich in Rom durch Zufall auf dem Petersplatz getroffen. Kennengelernt habe ich ihn kurz vor der Abreise nach Tromsö in Bayern. Denn er leitete zwei Jahre lang den Pfarrverband Deisenhofen-Oberhaching in der Erzdiözese München-Freising.

Bischof Berislav und seine weitläufige Diözese Tromsö.
Bischof Berislav und seine weitläufige Diözese Tromsö.

So freue ich mich, dass es auch dieses Mal mit einem Besuch bei „meinem“ Bischof Berislav klappt. Kein Bischof sonst nimmt sich zwei Stunden Zeit für ein ausführliches Gespräch. Es ist spannend und interessiert mich sehr, wie sich die nördlichste Diözese der Welt seit seiner Ankunft vor sechs Jahren entwickelt hat.

Die Flüchtlingsströme der Welt lassen die Zahl seiner Schäfchen stetig wachsen. Als er antrat, waren es etwas mehr als 2000, jetzt sind es über 6000. Freilich sind das für die riesige Diözese, die von Moesjen im Süden bis Kirkenes an der russischen Grenze reicht, wenige Menschen. Aber katholisch zu sein, ist in Norwegen, wo die lutherische die Staatsreligion ist, immer noch eine Ausnahme. So gehören zum Beispiel zu seiner Pfarrei Tromsö Menschen aus 100 Nationen.

Elf Priester und der Bischof kümmern sich um die Seelsorge in dem riesigen Gebiet. Sie fahren und fliegen große Strecken, damit die Katholiken regelmäßig die heilige Messe feiern können. Der neue katholische Priester von Hammerfest, der gebürtige Bayer Pater Antonius Maria Sohler versorgt mit Hammerfest nicht nur die wachsende nördlichste Stadt der Welt sondern auch drei Orte rund um das Nordkapp. Dafür muss er an jedem Wochenende große Strecken zurücklegen. Eine unglaubliche Diözese: 6000 Katholiken, elf Priester, ein Bischof, einige Ordensschwestern u.a. im nördlichsten Karmelitinnen-Kloster der Welt, ein Gebiet 1500 Kilometer lang in der Ausdehnung.

Derzeit wird das Dach der katholischen Domkirche von Tromsö repariert – mit finanzieller Unterstützung u.a. durch das deutsche Bonifatiuswerk und die Erzdiözese München und Freising.
Derzeit wird das Dach der katholischen Domkirche von Tromsö repariert – mit finanzieller Unterstützung u.a. durch das deutsche Bonifatiuswerk und die Erzdiözese München und Freising.

Keine leichte Aufgabe für Bischof Berislav, dessen „Apparat“ in Tromsö aus ihm, einem Priester und seiner Haushälterin und Sekretärin Heidi, übrigens einer gebürtigen Fränkin aus Neustadt an der Aisch, besteht. Er ist Optimist und sieht einige günstige Entwicklungen. So zum Beispiel, dass der wachsende Arbeitskräfte-Bedarf im Norden dafür sorgt, dass viele Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung auch dauerhaft hier bleiben. Diskutiert wird derzeit auch eine eigene Eisenbahnlinie bis nach Kirkenes an der russischen Grenze – das wäre eine große Chance für die Region. „Wir sind nicht das Ende der Welt und wir leben in einer der schönsten Regionen der Welt“, sagt mein Bischof und hat natürlich Recht. Ich hoffe, dass ich bald einmal eine Reportage über ihn und seine Diözese drehen kann.

Wir sind drei Tage in Tromsö, machen eine schöne Wanderung auf dem Hausberg von Tromsö, besuchen das Polaria-Aquarium, das Wissenschaftsmuseum und fahren dann weiter in Richtung der Inseln Senja und Vesteralen. Dort erwartet uns eine Walsafari.

Und hier ein Film über Bischof Berislav:

Engagiert evangelisch

Der Kirchenkreis Augsburg und Schwaben

Ein bunter  Streifzug auf den Spuren engagierter evangelischer Christen durch die Dekanate des Kirchenkreises – von den Urlaubsregionen im Allgäu und am Bodensee bis zum schwäbischen Ries mit seinen traditionsreichen Gemeinden, vom geschichtsträchtigen Augsburg bis nach Neu-Ulm.

Im Auftrag von Regionalbischof Michael Grabow war die bild-schön medienproduktion in den Jahren 2014 und 2015 in der abwechslungsreichen Region unterwegs, um das kirchliche Leben zu dokumentieren.  Zu Besuch bei der jungen Kirche Lindau – luv – am Bodensee, beim Konficamp an der Adria, beim traditionsreichen Augsburger Friedensfest am 8. August, bei einer Flüchtlingsinitiative in Höchstädt, bei der Diakonie und beim Simultanem von Ehingen im Ries, bei der Besinnung am KKW Gundremmingen, beim Berggottesdienst auf dem Walzendinger Horn, bei den Posaunenchören in Markoberdorf und in einer Gemeinde in Lauben.

Eine bild-schön medienproduktion im Auftrag des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Augsburg und Schwaben, Regionalbischof Michael Grabow, © 2015

Buch, Regie und Kamera: Axel Mökner-Kappl, bild-schön medienproduktion

Schnitt und Animation: Ulrike Reisch

http://www.schwaben-evangelisch.de/neuer-kirchenkreisfilm.html

Sternstunden: Jüdische Soldaten

Wer den Beruf des Journalisten ergreift, der erlebt immer wieder einmal Sternstunden. Immer dann wenn ich Menschen treffe, die etwas Besonderes an sich haben, eine Botschaft, Charisma vor allem, die etwas ausstrahlen, dann sind das für mich Sternstunden. Ich durfte in Berlin den prominenten Juden Rafael Seligmann interviewen, Autor des „Musterjuden“, heute Herausgeber der Zeitung „Jewish Voice from Germany“.

Er lebt fröhlich vor, wie er sich jüdisches Leben in Deutschland heute vorstellt: nachdenklich, nicht verbittert, humorvoll und klug kommentiert er das Geschehen unser Land. Seligmann sagt, deutsche Juden sollen ganz normaler Teil der Gesellschaft sein und nicht glauben, bessere Staatsbürger sein zu müssen. Juden haben eine 1600jährige Tradition in Deutschland, sie müssen nichts beweisen.

Was mir auch sehr gut gefallen hat: Unsere Gesellschaft besteht aus Minderheiten, so Seligmann. Und wer Juden verfolgt, der verfolgt irgendwann auch andere Minderheiten. Deshalb muss die Gesellschaft wachsam sein.

Anlass für das Interview, das ich mit ihm führen durfte, war ein spannendes Stück seiner Familiengeschichte. Sein Großvater Isaac Raphael Seligmann, von dem er seinen Namen hat, 1873 im schwäbischen Ichenhausen geboren, zog 1914 als Kriegsfreiwilliger in einem bayerischen Regiment in den Ersten Weltkrieg. Bis zum Ende des Krieges 1918 befehligte er an der Front in Frankreich eine Kompanie – als jüdischer Feldwebel-Leutnant, wurde wie durch ein Wunder zumindest körperlich nie verwundet. Für Juden wie ihn war es selbstverständlich als patriotische Deutsche in den Krieg zu ziehen. Dahinter steckte auch die Hoffnung endlich die volle Anerkennung als Deutsche zu bekommen.

Er bekam Orden, im Februar 1935 noch das Frontkämpferverdienstkreuz, hatte er doch vier Jahre lang an der Front seinem Heimatland gedient. Doch das Alles nutzte nichts. Als im Herbst 1935 die Nürnberger Rassegesetze erlassen wurden, versenkte Großvater Seligmann seine Orden im Flüsschen Günz in Ichenhausen und die Familie ging nach Palästina.

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/stationen/stationen-juedische-soldaten-100.html

Eine Produktionen für das Magazin „Stationen“ der Redaktion „Kirche und Welt“ im Bayerischen Fernsehen: