Überraschungen

Der Tag unserer Walsafari beginnt mit einer heftigen Überraschung. Wir haben mithilfe von zwei Fähren Andøya erreicht, die nördlichste Insel der „Vesterålen“. Und wir haben den Campingplatz von Stave ausgewählt, den wir schon von unseren früheren Reisen kennen und der an einem wunderbaren Sandstrand am Atlantik liegt. Morgens bei einem Ausflug über den Strand steigt mir plötzlich ein beißender Geruch in die Nase! Und dann das Erschrecken: was ich für einen großen Stein hielt, ist ein toter männlicher Pottwal, der am Strand verwest. Doch damit nicht genug der Überraschung: wenige Minuten später rückt ein Baggerfahrer samt Bagger an, der die Aufgabe hat, dem Tier ein Grab zu schaufeln. Keine einfache Aufgabe, denn ein toter Wal ist viele Tonnen schwer und das Grab muss oberhalb des Strandes an einer Wiese gegraben werden. Die Einzelheiten erspare ich Euch.

Mittags haben wir dann die Walsafari in Andenes gebucht. Die hat uns hier vor sechs Jahren sehr beeindruckt. Damals hatten wir tolles Wetter und eine glatte See, dieses Mal soll sich das Wetter zwar noch bessern, aber bei der Abfahrt ist es bedeckt und der Atlantik unruhig. Und so bleibt es auch bei der gesamten fast fünfstündigen Fahrt – viele Tüten für die „Reisekrankheit“ werden gebraucht. Und offensichtlich ist auch den Pottwalen das Meer heute zu ungemütlich. Wir bekommen nur zwei Wale zu sehen und sind doch etwas enttäuscht. Denn eigentlich ist die Gegend ideal für die Walbeobachtung: der Bleik-Canyon, ein mehr als 1000 Meter tiefer unterseeischer Graben, reicht hier nahe an den Europäischen Kontinent heran. Geschätzte 70 bis 120 Pottwale leben hier im Sommer und verbringen ihre Tage in dem immer gleichen Rhythmus: tauchen, fressen, auftauchen, Luft holen, tauchen … Mithilfe von Unterwassermikrofonen werden sie ausfindig gemacht, denn die Wale senden ein Sonar aus, mit dem sie sich orientieren und ihre Beute finden. Die zwei Walbegegnungen sind spannend und einmal bekommen wir beim Abtauchen auch die Fluke zu sehen. Erinnerungen an unsere Walsafari 2009: http://bild-schoen.eu/Norden_2009/Wale.html

Erst am Tag nach der Walsafari ändert sich das Wetter und das angekündigte Hoch setzt sich durch. Wir haben dann noch ein überraschend schönes Erlebnis in der Tierwelt der Vesterålen. In Stø auf der Insel Langøya machen wir eine wesentlich einfachere Vogel- und Seehundsafari mit großem Erfolg. Auf und um die Insel des Leuchtturms von Stø herum leben hunderte Tiere. Wir sehen aus nächster Nähe Seeadler, unzählige Möwen und die Jungtiere in den Nestern, Kormorane, Papageientaucher, Trottellummen und schließlich noch eine ganze Kolonie von Seehunden. Ein tolles Erlebnis.

 

 

 

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